Sonntag, 24. September 2017

Erntedank - Kommentar zur Predigtgrundlage der NAK vom 01.10.2017

Der Klippdachs (https://www.bibelkommentare.de/index.php?page=dict&article_id=4045)

Segen und Dank (Segen Gottes - Erfolg des Menschen)


Tagesspruch: Ps 145, 15
„Aller Augen warten auf dich, und du gibst ihnen ihre Speise zur rechten Zeit.“ (LUT)
„Aller Augen warten auf dich und du gibst ihnen ihre Speise zur rechten Zeit.“ (EU)

Tagespsalm: Psalm 104
Lob des Schöpfers
Lobe den HERRN, meine Seele! HERR, mein Gott, du bist sehr groß; in Hoheit und Pracht bist du gekleidet. Licht ist dein Kleid, das du anhast. Du breitest den Himmel aus wie ein Zelt; du baust deine Gemächer über den Wassern. Du fährst auf den Wolken wie auf einem Wagen und kommst daher auf den Fittichen des Windes, der du machst Winde zu deinen Boten und Feuerflammen zu deinen Dienern; der du das Erdreich gegründet hast auf festen Boden, dass es nicht wankt immer und ewiglich. Die Flut der Tiefe deckte es wie ein Kleid, und die Wasser standen über den Bergen, aber vor deinem Schelten flohen sie, vor deinem Donner fuhren sie dahin. Sie stiegen hoch empor auf die Berge und sanken herunter in die Täler zum Ort, den du ihnen gegründet hast. Du hast eine Grenze gesetzt, darüber kommen sie nicht und dürfen nicht wieder das Erdreich bedecken. Du lässest Brunnen quellen in den Tälern, dass sie zwischen den Bergen dahinfließen, dass alle Tiere des Feldes trinken und die Wildesel ihren Durst löschen. Darüber sitzen die Vögel des Himmels und singen in den Zweigen. Du tränkst die Berge von oben her, du machst das Land voll Früchte, die du schaffest. Du lässest Gras wachsen für das Vieh und Saat zu Nutz den Menschen, dass du Brot aus der Erde hervorbringst, dass der Wein erfreue des Menschen Herz und sein Antlitz glänze vom Öl und das Brot des Menschen Herz stärke. Die Bäume des HERRN stehen voll Saft, die Zedern des Libanon, die er gepflanzt hat. Dort nisten die Vögel, und die Störche wohnen in den Wipfeln. Die hohen Berge geben dem Steinbock Zuflucht und die Felsklüfte dem Klippdachs. Du hast den Mond gemacht, das Jahr danach zu teilen; die Sonne weiß ihren Niedergang. Du machst Finsternis, dass es Nacht wird; da regen sich alle Tiere des Waldes, die jungen Löwen, die da brüllen nach Raub und ihre Speise fordern von Gott. Wenn aber die Sonne aufgeht, heben sie sich davon und legen sich in ihre Höhlen. Dann geht der Mensch hinaus an seine Arbeit und an sein Werk bis an den Abend. HERR, wie sind deine Werke so groß und viel! Du hast sie alle weise geordnet, und die Erde ist voll deiner Güter. Da ist das Meer, das so groß und weit ist, da wimmelt's ohne Zahl, große und kleine Tiere. Dort ziehen Schiffe dahin; da ist der Leviatan, den du gemacht hast, damit zu spielen. Es wartet alles auf dich, dass du ihnen Speise gebest zu seiner Zeit. Wenn du ihnen gibst, so sammeln sie; wenn du deine Hand auftust, so werden sie mit Gutem gesättigt. Verbirgst du dein Angesicht, so erschrecken sie; nimmst du weg ihren Odem, so vergehen sie und werden wieder Staub. Du sendest aus deinen Odem, so werden sie geschaffen, und du machst neu das Antlitz der Erde. Die Herrlichkeit des HERRN bleibe ewiglich, der HERR freue sich seiner Werke! Er schaut die Erde an, so bebt sie; er rührt die Berge an, so rauchen sie. Ich will dem HERRN singen mein Leben lang und meinen Gott loben, solange ich bin. Mein Reden möge ihm wohlgefallen. Ich freue mich des HERRN. Die Sünder sollen ein Ende nehmen auf Erden / und die Gottlosen nicht mehr sein. Lobe den HERRN, meine Seele! Halleluja! (LUT)

Die Predigtgrundlage der NAK vom 01.10.2017 ist aus „Maleachi 3,10: Bringt aber die Zehnten in voller Höhe in mein Vorratshaus, auf dass in meinem Hause Speise sei, und prüft mich hiermit, spricht der Herr Zebaoth, ob ich euch dann nicht des Himmels Fenster auftun werde und Segen herabschütten die Fülle.“ (LUT1984)

Die Predigtgrundlage steht in dieser Wortumgebung (Maleachi 3, 6-12):
Gegen die Unterschlagung des Zehnten
Ich, der HERR, wandle mich nicht; und ihr habt nicht aufgehört, Jakobs Söhne zu sein: Ihr seid von eurer Väter Zeit an immerdar abgewichen von meinen Geboten und habt sie nicht gehalten. Kehrt um zu mir, so will ich zu euch umkehren, spricht der HERR Zebaoth. Ihr aber sprecht: »Wovon sollen wir umkehren?« Ist's recht, dass ein Mensch Gott betrügt? Doch ihr betrügt mich. Ihr aber sprecht: »Womit betrügen wir dich?« Mit dem Zehnten und der Abgabe! Ihr seid verflucht, mich betrügt ihr allesamt. Bringt aber die Zehnten in voller Höhe in mein Vorratshaus, auf dass in meinem Hause Speise sei, und prüft mich hiermit, spricht der HERR Zebaoth, ob ich euch dann nicht des Himmels Fenster auftun werde und Segen herabschütten die Fülle. Und ich will um euretwillen den »Fresser« bedrohen, dass er euch die Frucht auf dem Acker nicht verderben soll und der Weinstock auf dem Felde euch nicht unfruchtbar sei, spricht der HERR Zebaoth. Dann werden euch alle Völker glücklich preisen, denn ihr sollt ein herrliches Land sein, spricht der HERR Zebaoth. (LUT)


Kommentar: 
Konsequente Streichung des Opferbegriffs aus dem kirchlichen Sprachgebrauch 

15. Sonntag nach Trinitatis - Kommentar zur Predigtgrundlage der NAK vom 24.09.2017



Irdische Güter (Irdischer und himmlischer Besitz)


Wochenspruch: 1 Petr 5, 7
„Alle eure Sorge werft auf ihn; denn er sorgt für euch.“ (LUT)
„Werft alle eure Sorge auf ihn, denn er kümmert sich um euch!“ (EU)

Wochenpsalm: Psalm 127
An Gottes Segen ist alles gelegen
Wenn der HERR nicht das Haus baut, so arbeiten umsonst, die daran bauen. Wenn der HERR nicht die Stadt behütet, so wacht der Wächter umsonst. Es ist umsonst, dass ihr früh aufsteht und hernach lange sitzet und esset euer Brot mit Sorgen; denn seinen Freunden gibt er es im Schlaf. Siehe, Kinder sind eine Gabe des HERRN, und Leibesfrucht ist ein Geschenk. Wie Pfeile in der Hand eines Starken, so sind die Söhne der Jugendzeit. Wohl dem, der seinen Köcher mit ihnen gefüllt hat! Sie werden nicht zuschanden, wenn sie mit ihren Feinden verhandeln im Tor. (LUT)

Die Predigtgrundlage der NAK vom 17.09.2017 ist aus „2. Korinther 4, 7: Wir haben aber diesen Schatz in irdenen Gefäßen, damit die überschwängliche Kraft von Gott sei und nicht von uns.“ (LUT1984)

Die Predigtgrundlage steht in dieser Wortumgebung (2. Korinther 4, 1-7):
Der Auftrag des Paulus
Darum, weil wir dieses Amt haben nach der Barmherzigkeit, die uns widerfahren ist, werden wir nicht müde, sondern wir haben uns losgesagt von schändlicher Heimlichkeit und gehen nicht mit List um, verfälschen auch nicht Gottes Wort, sondern durch Offenbarung der Wahrheit empfehlen wir uns dem Gewissen aller Menschen vor Gott. Ist aber unser Evangelium verdeckt, so ist's denen verdeckt, die verloren werden, den Ungläubigen, denen der Gott dieser Welt den Sinn verblendet hat, dass sie nicht sehen das helle Licht des Evangeliums von der Herrlichkeit Christi, welcher ist das Ebenbild Gottes. Denn wir predigen nicht uns selbst, sondern Jesus Christus, dass er der Herr ist, wir aber eure Knechte um Jesu willen. Denn Gott, der da sprach: Licht soll aus der Finsternis hervorleuchten, der hat einen hellen Schein in unsre Herzen gegeben, dass die Erleuchtung entstünde zur Erkenntnis der Herrlichkeit Gottes in dem Angesicht Jesu Christi.
Leidensgemeinschaft mit Christus
Wir haben aber diesen Schatz in irdenen Gefäßen, auf dass die überschwängliche Kraft von Gott sei und nicht von uns. (LUT)

Kommentar:
Im Mittelpunkt der Verkündigung am 15. Sonntags nach Trinitatis steht der Abschnitt aus der sogen. Bergpredigt, der unmittelbar nach der Einführung des "Vaterunser" steht:


Sonntag, 10. September 2017

14. Sonntag nach Trinitatis - Kommentar zur Predigtgrundlage der NAK vom 17.09.2017


Der dankbare Samariter


Wochenspruch: Ps 103, 2
„Lobe den HERRN, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat“ (LUT)
„Preise den Herrn, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat!“ (EU)

Wochenpsalm: Psalm 146
Gottes ewige Treue
Halleluja! Lobe den HERRN, meine Seele! Ich will den HERRN loben, solange ich lebe, und meinem Gott lobsingen, solange ich bin. Verlasset euch nicht auf Fürsten; sie sind Menschen, die können ja nicht helfen. Denn des Menschen Geist muss davon, und er muss wieder zu Erde werden; dann sind verloren alle seine Pläne. Wohl dem, dessen Hilfe der Gott Jakobs ist, der seine Hoffnung setzt auf den HERRN, seinen Gott, der Himmel und Erde gemacht hat, das Meer und alles, was darinnen ist; der Treue hält ewiglich, der Recht schafft denen, die Gewalt leiden, der die Hungrigen speiset. Der HERR macht die Gefangenen frei. Der HERR macht die Blinden sehend. Der HERR richtet auf, die niedergeschlagen sind. Der HERR liebt die Gerechten. Der HERR behütet die Fremdlinge und erhält Waisen und Witwen; aber die Gottlosen führt er in die Irre. Der HERR ist König ewiglich, dein Gott, Zion, für und für. Halleluja! (LUT)

Die Predigtgrundlage der NAK vom 17.09.2017 ist aus „Galater 3, 28: Hier ist nicht Jude noch Grieche, hier ist nicht Sklave noch Freier, hier ist nicht Mann noch Frau; denn ihr seid allesamt einer in Christus Jesus.“ (LUT1984)

Die Predigtgrundlage steht in dieser Wortumgebung (Gal 3, 25-29):
Befreiung zur Gotteskindschaft
Da nun der Glaube gekommen ist, sind wir nicht mehr unter dem Zuchtmeister [des Gesetzes]. Denn ihr seid alle durch den Glauben Gottes Kinder in Christus Jesus. Denn ihr alle, die ihr auf Christus getauft seid, habt Christus angezogen. Hier ist nicht Jude noch Grieche, hier ist nicht Sklave noch Freier, hier ist nicht Mann noch Frau; denn ihr seid allesamt einer in Christus Jesus. Gehört ihr aber Christus an, so seid ihr ja Abrahams Nachkommen und nach der Verheißung Erben. (LUT)

Kommentar:
Im Mittelpunkt der Verkündigung am 14. Sonntags nach Trinitatis steht die Wundererzählung vom dankbaren Samariter aus Lk 17, 11-19. Zur Interpretation dieser Erzählung verweise ich auf Karl-Heinrich Ostmeyer (2013): Wandel auf dem Weg des Heils (Die zehn Aussätzigen). In: Zimmermann (Hg.), 638-649. In dieser wird nach Ostmeyer vor allem Jesus als der Messias verherrlicht.

Donnerstag, 24. August 2017

13. Sonntag nach Trinitatis - Kommentar zur Predigtgrundlage der NAK vom 10.09.2017

Morgen sind wir tolerant, tolerant, tolerant
und finden selbst die größten Idioten interessant
wir reichen jedem Arsch die Hand, und was uns stört in diesem Land
das wird ab morgen nicht mehr eine Schweinerei genannt.
Ab morgen sind wir positiv, und nicht mehr so auf dem qui-vive
wir rücken nichts mehr gerade, nein, wir lassen alles schief, na klar!
Fortan glauben wir an Lügen, weil sie in der Zeitung steh'n
greifen nichts mehr mit Kritik an - was geht uns die Politik an?
Haben wir uns nicht schon oft genug die Finger dran verbrannt?
Das wird anders: morgen sind wir tolerant.
(Text von Robert Long)

Der barmherzige Samariter


Wochenspruch: Mt 25, 40
„Und der König [Jesus Christus] wird antworten und zu ihnen sagen: Wahrlich, ich sage euch: Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan. “ (LUT)
„Darauf wird der König [Jesus Christus] ihnen antworten: Amen, ich sage euch: Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan. “ (EU)

Wochenpsalm: Psalm 112
Preis der Gottesfurcht
Halleluja! Wohl dem, der den HERRN fürchtet, der große Freude hat an seinen Geboten! Sein Geschlecht wird gewaltig sein im Lande; die Kinder der Frommen werden gesegnet sein. Reichtum und Fülle wird in ihrem Hause sein, und ihre Gerechtigkeit bleibt ewiglich. Den Frommen geht das Licht auf in der Finsternis, gnädig, barmherzig und gerecht. Wohl dem, der barmherzig ist und gerne leiht und das Seine tut, wie es recht ist! Denn er wird niemals wanken; der Gerechte wird nimmermehr vergessen. Vor schlimmer Kunde fürchtet er sich nicht; sein Herz hofft unverzagt auf den HERRN. Sein Herz ist getrost und fürchtet sich nicht, bis er auf seine Feinde herabsieht. Er streut aus und gibt den Armen; / seine Gerechtigkeit bleibt ewiglich. Sein Horn wird erhöht mit Ehren. Der Frevler wird's sehen und es wird ihn verdrießen; / mit den Zähnen wird er knirschen und vergehen. Denn was die Frevler wollen, das wird zunichte. (LUT)

Die Predigtgrundlage der NAK vom 10.09.2017 ist aus „Römer 14,19: Darum lasst uns dem nachstreben, was zum Frieden dient und zur Erbauung untereinander.“ (LUT1984)

Die Predigtgrundlage steht in dieser Wortumgebung (Römer 14-15,13):
Von den Schwachen und Starken im Glauben
Den Schwachen im Glauben nehmt an und streitet nicht über Meinungen. Der eine glaubt, er dürfe alles essen. Der Schwache aber isst kein Fleisch. Wer isst, der verachte den nicht, der nicht isst; und wer nicht isst, der richte den nicht, der isst; denn Gott hat ihn angenommen. Wer bist du, dass du einen fremden Knecht richtest? Er steht oder fällt seinem Herrn. Er wird aber stehen bleiben; denn der Herr kann ihn aufrecht halten. Der eine hält einen Tag für höher als den andern; der andere aber hält alle Tage für gleich. Ein jeder sei seiner Meinung gewiss. Wer auf den Tag achtet, der tut's im Blick auf den Herrn; wer isst, der isst im Blick auf den Herrn, denn er dankt Gott; und wer nicht isst, der isst im Blick auf den Herrn nicht und dankt Gott auch. Denn unser keiner lebt sich selber, und keiner stirbt sich selber. Leben wir, so leben wir dem Herrn; sterben wir, so sterben wir dem Herrn. Darum: wir leben oder sterben, so sind wir des Herrn. Denn dazu ist Christus gestorben und wieder lebendig geworden, dass er über Tote und Lebende Herr sei. Du aber, was richtest du deinen Bruder? Oder du, was verachtest du deinen Bruder? Wir werden alle vor den Richterstuhl Gottes gestellt werden. Denn es steht geschrieben (Jesaja 45,23): »So wahr ich lebe, spricht der Herr, mir sollen sich alle Knie beugen, und alle Zungen sollen Gott bekennen.« So wird nun jeder von uns für sich selbst Gott Rechenschaft geben. Darum lasst uns nicht mehr einer den andern richten; sondern richtet vielmehr darauf euren Sinn, dass niemand seinem Bruder einen Anstoß oder Ärgernis bereite. Ich weiß und bin gewiss in dem Herrn Jesus, dass nichts unrein ist an sich selbst; nur für den, der es für unrein hält, für den ist es unrein. Wenn aber dein Bruder wegen deiner Speise betrübt wird, so handelst du nicht mehr nach der Liebe. Bringe nicht durch deine Speise den ins Verderben, für den Christus gestorben ist. Es soll doch nicht verlästert werden, was ihr Gutes habt. Denn das Reich Gottes ist nicht Essen und Trinken, sondern Gerechtigkeit und Friede und Freude im Heiligen Geist. Wer darin Christus dient, der ist Gott wohlgefällig und bei den Menschen geachtet. Darum lasst uns dem nachstreben, was zum Frieden dient und zur Erbauung untereinander. Zerstöre nicht um der Speise willen Gottes Werk. Es ist zwar alles rein; aber es ist nicht gut für den, der es isst mit schlechtem Gewissen. Es ist besser, du isst kein Fleisch und trinkst keinen Wein und tust nichts, woran dein Bruder Anstoß nimmt. Den Glauben, den du hast, habe für dich selbst vor Gott. Selig ist, der sich selbst nicht verurteilen muss in dem, was er gut heißt. Wer aber zweifelt und dennoch isst, der ist schon verurteilt, denn es kommt nicht aus dem Glauben. Was aber nicht aus dem Glauben kommt, das ist Sünde. Wir aber, die wir stark sind, sollen die Schwächen derer tragen, die nicht stark sind, und nicht Gefallen an uns selber haben. Ein jeder von uns lebe so, dass er seinem Nächsten gefalle zum Guten und zur Erbauung. Denn auch Christus hatte nicht an sich selbst Gefallen, sondern wie geschrieben steht (Psalm 69,10): »Die Schmähungen derer, die dich schmähen, sind auf mich gefallen.« Denn was zuvor geschrieben ist, das ist uns zur Lehre geschrieben, damit wir durch Geduld und den Trost der Schrift Hoffnung haben. Der Gott aber der Geduld und des Trostes gebe euch, dass ihr einträchtig gesinnt seid untereinander, wie es Christus Jesus entspricht, damit ihr einmütig mit einem Munde Gott lobt, den Vater unseres Herrn Jesus Christus. Darum nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat zu Gottes Ehre. Denn ich sage: Christus ist ein Diener der Beschneidung geworden um der Wahrhaftigkeit Gottes willen, um die Verheißungen zu bestätigen, die den Vätern gegeben sind; die Heiden aber sollen Gott die Ehre geben um der Barmherzigkeit willen, wie geschrieben steht (Psalm 18,50): »Darum will ich dich loben unter den Heiden und deinem Namen singen.« Und wiederum heißt es (5. Mose 32,43): »Freut euch, ihr Heiden, mit seinem Volk!« Und wiederum (Psalm 117,1): »Lobet den Herrn, alle Heiden, und preisen sollen ihn alle Völker!« Und wiederum spricht Jesaja (Jesaja 11,10): »Es wird kommen der Spross aus der Wurzel Isais, und der wird aufstehen, zu herrschen über die Völker; auf den werden die Völker hoffen.« Der Gott der Hoffnung aber erfülle euch mit aller Freude und Frieden im Glauben, dass ihr immer reicher werdet an Hoffnung durch die Kraft des Heiligen Geistes. (LUT)

Kommentar:
Im Mittelpunkt der Verkündigung am 13. Sonntags nach Trinitatis steht die Parabel vom barmherzigen Samariter.
Die Parabel hat eine "immense Wirkungsgeschichte." Der Text bietet in seiner Prägnanz und Apellstruktur Auslegungspotenziale in ganz unterschiedliche Richtungen (christologisch-theologisch, anthropologisch-psychologisch, ethisch, ethnologisch-anthropologisch, diakonisch (siehe dazu ausführlich Zimmermann (2007), "Berührende Liebe (Der barmherzige Samariter). In: Zimmermann, 2007, 538-555).

Aus mindestens zwei unterschiedlichen Perspektiven lässt sich die Frage, wer denn nun mein nächster ist, beantworten:
  • aus Sicht des Samariters ist derjenige, der "unter die Räuber" gefallen ist, der Nächste - der Gestrandete, der Verletzte, der Gekränkte. Aus christologisch-theologischer Perspektive wird aus dem Samariter "Christus" als derjenige, der der einzige Helfer ist;
  • aus Sicht des Opfers, ist der Helfer der Nächste. Aus christologisch-theologischer Perspektive wird dann Christus resp. Gott zum Nächsten für den Menschen.
Auf diese Weise fällt das Doppelgebot der Liebe dann ineinander.

Die Auswahl des Predigttextes in den Gottesdiensten der NAK für den heutigen Sonntag wird so begründet: „Die ersten drei Gottesdienste im Monat September folgen der Themenreihe ‚Friede durch Christus.‘ Am zweiten Sonntag werden wir eingeladen, an der Erbauung der Gemeinde mitzuwirken. Dazu gilt es zunächst, Frieden mit Gott und dem Nächsten zu bewahren. Nutzen wir die gottesdienstliche Gemeinschaft, um einander zu begegnen und uns zu vergeben. Ehrsucht, Machthunger und egoistische Haltungen können so überwunden werden und erbauender Friede in der Gemeinde entsteht“ (Leitgedanken zum Gottesdienst 9/17, 3).

In der Interpretation setzt die NAK den Schwerpunkt auf den Frieden in der „gottesdienstlichen Gemeinschaft.“ Frieden wird nicht in universeller Hinsicht interpretiert und ausgebreitet, sondern auf der lokalen Ebene der Gemeinde entfaltet. Die Lokalgemeinde wird als „Leib Christi“ (fehl-) interpretiert.
Die Predigtgrundlage ist den sogen. „allgemeinen Mahnungen“ des Rö entnommen. Aufgefordert wird zur Toleranz und zum friedfertigen Miteinander. Ein Bezug zum Evangelium des heutigen Sonntags wird nicht hergestellt.
Toleranz versteht Lohmann als „Anerkennung der anderen als gleichberechtigte Person; Respekt vor ihren Auffassungen, sofern nicht die Grenzen des Tolerierbaren überschritten sind“ (z. B. sexistische oder rassistische Anschauungen und Äußerungen). (…) Toleranz beinhaltet resp. setzt eine gewisse „Selbstrelativierung“ voraus. „Die Religion fördert im Prinzip eine solche Selbstrelativierung, da sie den Menschen zu einer transzendenten Realität und gleichberechtigten Mitgeschöpfen in Beziehung setzen“ (Lohmann (2007), 231. In: Hübener & Orth (Hg.): Wörter des Lebens. Stichwort: Toleranz, 230f).
Diese Selbstrelativierung ist nicht lediglich von den Gemeindemitgliedern zu fordern, sondern auch von der Amtskirche. Sie wächst von oben nach unten und wird in der NAK schmerzlich vermisst.

Sonntag, 20. August 2017

12. Sonntag nach Trinitatis - Kommentar zur Predigtgrundlage der NAK vom 03.09.2017


Die große Krankenheilung (Heilsame Umkehr)


Wochenspruch: Jes 42, 3:
„Das geknickte Rohr wird er nicht zerbrechen, und den glimmenden Docht wird er nicht auslöschen.“ (LUT)
„Das geknickte Rohr zerbricht er nicht und den glimmenden Docht löscht er nicht aus;“ (EU)

Wochenpsalm: Psalm 147
Gottes Walten in Schöpfung und Geschichte
Lobet den HERRN! / Denn unsern Gott loben, das ist ein köstlich Ding, ihn loben ist lieblich und schön. Der HERR baut Jerusalem auf und bringt zusammen die Verstreuten Israels. Er heilt, die zerbrochenen Herzens sind, und verbindet ihre Wunden. Er zählt die Sterne und nennt sie alle mit Namen. Unser Herr ist groß und von großer Kraft, und unermesslich ist seine Weisheit. Der HERR richtet die Elenden auf und stößt die Frevler zu Boden. Singt dem HERRN ein Danklied und lobt unsern Gott mit Harfen, der den Himmel mit Wolken bedeckt / und Regen gibt auf Erden; der Gras auf den Bergen wachsen lässt, der dem Vieh sein Futter gibt, den jungen Raben, die zu ihm rufen. Er hat keine Freude an der Stärke des Rosses noch Gefallen an den Schenkeln des Mannes. Der HERR hat Gefallen an denen, die ihn fürchten, die auf seine Güte hoffen. Preise, Jerusalem, den HERRN; lobe, Zion, deinen Gott Denn er macht fest die Riegel deiner Tore und segnet deine Kinder in deiner Mitte. Er schafft deinen Grenzen Frieden und sättigt dich mit dem besten Weizen. Er sendet seine Rede auf die Erde, sein Wort läuft schnell. Er gibt Schnee wie Wolle, er streut Reif wie Asche. Er wirft seine Schloßen herab wie Brocken; wer kann bleiben vor seinem Frost? Er sendet sein Wort, da schmilzt der Schnee; er lässt seinen Wind wehen, da taut es. Er verkündigt Jakob sein Wort, Israel seine Gebote und sein Recht. So hat er an keinem Volk getan; sein Recht kennen sie nicht. Halleluja! (LUT)

Die Predigtgrundlage der NAK vom 03.09.2017 ist aus „Römer 9, 33: Siehe, ich lege in Zion einen Stein des Anstoßes und einen Fels des Ärgernisses; und wer an ihn glaubt, der soll nicht zuschanden werden.“ (LUT1984)

Die Predigtgrundlage steht in dieser Wortumgebung (Römer 9, 30-33):
Die Suche nach Gerechtigkeit
Was wollen wir hierzu sagen? Die Heiden, die nicht der Gerechtigkeit nachjagten, haben Gerechtigkeit erlangt, nämlich die Gerechtigkeit, die aus dem Glauben kommt. Israel aber, das dem Gesetz der Gerechtigkeit nachjagte, hat das Gesetz nicht erreicht. Warum das? Weil es die Gerechtigkeit nicht aus Glauben suchte, sondern als komme sie aus Werken. Sie haben sich gestoßen an dem Stein des Anstoßes, wie geschrieben steht (Jesaja 8,14; 28,16): »Siehe, ich lege in Zion einen Stein des Anstoßes und einen Fels des Ärgernisses; und wer an ihn glaubt, der soll nicht zuschanden werden.« (LUT)

Kommentar: