Montag, 26. Dezember 2016

Silvester - Kommentar zur Predigtgrundlage der NAK vom 31.12.2016

Zeit vor Gott (Auf der Schwelle)


Tagesspruch: Ps 103, 8:
„Barmherzig und gnädig ist der Herr, geduldig und von großer Güte.“ (LUT)
„Der Herr ist barmherzig und gnädig, langmütig und reich an Güte.“ (EU)


Tagespsalm: Ps 121:

Der treue Menschenhüter
Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen. Woher kommt mir Hilfe? Meine Hilfe kommt vom HERRN, der Himmel und Erde gemacht hat. Er wird deinen Fuß nicht gleiten lassen, und der dich behütet, schläft nicht. Siehe, der Hüter Israels schläft noch schlummert nicht. Der HERR behütet dich; der HERR ist dein Schatten über deiner rechten Hand, dass dich des Tages die Sonne nicht steche noch der Mond des Nachts. Der Herr behüte dich vor allem Übel, er behüte deine Seele. Der Herr behüte deinen Ausgang und Eingang von nun an bis in Ewigkeit! (LUT)

Die Predigtgrundlage der NAK vom 25.12.2016 ist aus 2. Timotheus 4,7: „Ich habe den guten Kampf gekämpft, ich habe den Lauf vollendet, ich habe Glauben gehalten.“ (LUT1984)

Die Predigtgrundlage ist in die folgende Wortumgebung eingebettet: 2. Tim 4, 1-8:
Treue bis zum Ende
So ermahne ich dich inständig vor Gott und Christus Jesus, der richten wird die Lebenden und die Toten, und bei seiner Erscheinung und seinem Reich: Predige das Wort, stehe dazu, es sei zur Zeit oder zur Unzeit; weise zurecht, drohe, ermahne mit aller Geduld und Lehre. Denn es wird eine Zeit kommen, da sie die heilsame Lehre nicht ertragen werden; sondern nach ihrem eigenen Begehren werden sie sich selbst Lehrer aufladen, nach denen ihnen die Ohren jucken, und werden die Ohren von der Wahrheit abwenden und sich den Fabeln zukehren. Du aber sei nüchtern in allen Dingen, leide willig, tu das Werk eines Predigers des Evangeliums, erfülle redlich deinen Dienst. Denn ich werde schon geopfert, und die Zeit meines Hinscheidens ist gekommen. Ich habe den guten Kampf gekämpft, ich habe den Lauf vollendet, ich habe Glauben gehalten; hinfort liegt für mich bereit die Krone der Gerechtigkeit, die mir der Herr, der gerechte Richter, an jenem Tag geben wird, nicht aber mir allein, sondern auch allen, die seine Erscheinung lieb haben. (LUT)

Kommentar: 
  • „In evangelischen Gemeinden gehört ein Gottesdienst am Abend des 31. Dezember zur festen Praxis. Die Lesungen Röm 8, 31b-39 („Die Gewissheit des Heils“) und Lk 12, 35-40 („Vom Warten auf das Kommen des Herrn“) bringen - verstärkt durch die Situation des Jahreswechsels - ein endzeitliches Element in die Weihnachtszeit ein“ (Bieritz, 2014, 142).
  • In neuapostolischen Gemeinden gehört ein Gottesdienst am Abend des 31. Dezember zur festen Praxis. Eine Lesung findet nicht statt. „Der Jahresabschlussgottesdienst greift nochmals auf das dies­ jährige Motto ‚Siegen mit Christus‘ zurück und ruft zu Dank und Selbstbesinnung auf“ (Leitgedanken zum Gottesdienst [der NAK], 12/16, 3).
Paulus, sicher ist indessen, dass dieser Brief, der etwa 75 nach Christus entstand, nicht aus der Feder von Paulus stammt, „formuliert in diesem Brief eine ununterbrochene Kette von amtlichen Verkündigern, die bis in die Anfangszeit zurückreicht und deshalb die Gewähr für die wahre Lehre bietet. Gegnerinnen und Gegnern, die sich ebenfalls auf Paulus berufen, aber andere Vorstellungen christlicher Existenz haben, soll damit die Legitimation entzogen werden“ (GSB, Einleitung zu „An Timotheus: Zweiter Brief“, 2193).
„Noch wie bei Paulus selbst, wird das Ev. an der Person des Apostels illustriert. Das paulinische Konzept der Einheit von Bote und Botschaft wirkt daher in einer Weise nach, die allmählich zur Heiligenverehrung führt“ (BNÜ, Einleitung zu „Der zweite Timotheusbrief“, 754).
„Die sichere Selbstgewissheit des Apostels über Christi Beurteilung seines Wirkens entspricht nicht ganz dem Selbstzeugnis des Paulus (Phil 3, 9-14), das auch sein Ungenügen vor dem Herrn bekennt. Hier spricht die nachpaulinische Kirche, die in Paulus ihr größtes Vorbild verehrt. Der Hinweis auf den Kranz [Krone] der Gerechtigkeit drückt aus, dass Paulus als treuer Verwalter des ihm anvertrauten Heilsgutes den Sieg verdient hat“ (O. Knoch, 1988, 2. Timotheusbrief, 64). Sicher ist diese Predigtgrundlage im Licht des Jahresmottos 2016 der NAK betrachtet, nicht zufällig gewählt. Es klingen die Themen „Verehrung des Apostelamtes“ und „Einheit von Bote und Botschaft“, inkl. die gegenwärtigen Offenbarungen durch dieses Amt, an, die in der NAK von konstitutioneller Bedeutung sind und in enger Beziehung zu den Propria stehen. „(...) Aus evangelischer Sicht wird das gegenwärtige Apostelamt überbetont, da die Rechtfertigung des Sünders durch den Glauben keiner heilsvermittelnden Institution bedarf. (...) Der NAK fehlt oft der vertiefte Umgang mit biblischen Texten, und manche Auslegungen muten willkürlich an" (Quelle: http://ezw-berlin.de/downloads/Flyer_Kompakt-Information_NAK.pdf).

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