Samstag, 23. Dezember 2017

Der 4. Advent - Die Nacht ist vorgedrungen

Die nahende Freude (Maria)


Das Lied zum heutigen 4. Advent „Die Nacht ist vorgedrungen“ ist die Nr. 16 im Evangelischen Kirchengesangbuch (EKG) und die Nr. 6 im Gesangbuch der Neuapostolischen Kirche (NGB).
Lieder, die auch zu diesem Sonntag gehören wie „Es kommt ein Schiff geladen“ (EKG 8), „Hoch hebt den Herrn mein Herz“ (EKG 309), „Wir sagen euch an den lieben Advent“ (EKG 17) befinden sich nicht im NGB.

„Die Nacht ist vorgedrungen“ wurde 1938 von Jochen Klepper geschrieben.

Joachim Georg Wilhelm Klepper (* 22. März 1903 in Beuthen an der Oder, Landkreis Freystadt, Provinz Schlesien; † 11. Dezember 1942 in Berlin) war ein deutscher Theologe, der als Journalist und Schriftsteller arbeitete. Er ist einer der bedeutendsten Dichter geistlicher Lieder des 20. Jahrhunderts.

1) Die Nacht ist vorgedrungen,
der Tag ist nicht mehr fern!
So sei nun Lob gesungen
dem hellen Morgenstern!
Auch wer zur Nacht geweinet,
der stimme froh mit ein.
Der Morgenstern bescheinet
auch deine Angst und Pein.

2) Dem alle Engel dienen,
wird nun ein Kind und Knecht.
Gott selber ist erschienen
zur Sühne für sein Recht.
Wer schuldig ist auf Erden,
verhüll nicht mehr sein Haupt.
Er soll errettet werden,
wenn er dem Kinde glaubt.

3) Die Nacht ist schon im Schwinden,
macht euch zum Stalle auf!
Ihr sollt das Heil dort finden,
das aller Zeiten Lauf
von Anfang an verkündet,
seit eure Schuld geschah.
Nun hat sich euch verbündet,
den Gott selbst ausersah.

4) Noch manche Nacht wird fallen
auf Menschenleid und -schuld.
Doch wandert nun mit allen
der Stern der Gotteshuld.
Beglänzt von seinem Lichte,
hält euch kein Dunkel mehr,
von Gottes Angesichte
kam euch die Rettung her.

5) Gott will im Dunkel wohnen
und hat es doch erhellt.
Als wollte er belohnen,
so richtet er die Welt.
Der sich den Erdkreis baute,
der lässt den Sünder nicht.
Wer hier dem Sohn vertraute,
kommt dort aus dem Gericht.

In das NGB sind die Strophen 1, 2, 4 aufgenommen worden. Die Strophen 3 und 5 sind nicht übernommen worden.

Im NGB wurde das Lied nicht in der moderneren Fassung von Johannes Petzold (1939) übernommen, sondern mit einer traditionellen englischen Melodie von Arthur Seymour Sullivan (1842-1900) unterlegt. Dadurch wird das klare Wort-Ton-Verhältnis der Fassung aus dem EKG eingetrübt. Hier scheint es der NAK wichtig zu sein, an die katholische Tradition anzuknüpfen.

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